4.11.07

Die fleißigen Bauhelfer

In diesem Post möchte ich unsere arbeitswütigen Bauhelfer vorstellen und mich damit bei ihnen für ihre kostenlose Hilfe bedanken.
Wir sind ein tolles Team und haben in 12 Wochen ein ganzes Haus umgekrempelt und viele Tage und Stunden zusammen gearbeitet und natürlich auch Spass gehabt.

Das Familienteam, von links nach rechts,

-Der Genie: Mein Vater, 40 Jahre Bauerfahrung sprechen für sich, er ist ein alles Könner.

- Der Helfer: Mein Bruder, er hat praktisch eine schnellgang Ausbildung in der Haussanierung absolviert und viel gelernt und ist jetzt fast überall einsetzbar.

- Ich : Der Bauherr, unter vorgehaltener Hand wird behauptet, ich wäre ein Menschenschinder, Sklaventreiber und Nörgler aber ein guter Bauherr, der weiß was er will.

-Die Bauherrin: Die gute Seele der Baustelle, sie hat die Verpflegung, die Organisation des Helferkreises organisiert und ist mit ihrer kreativen Art, für die Farbgebung und die künstlerischen Feinarbeiten zuständig.
- Das Arbeitstier, Die Freundin der Bauherrin, überall einsetzbar arbeitet sowohl mit dem Pinsel als auch mit dem Hilti oder dem Vorschlaghammer, sie ist unersetzlich auf der Baustelle.
-Der Künstler: Der Bruder der Bauherrin, ihn zeichnen vorallem geniale Ideen, keine Angst vor harter Arbeit und sein Talent im Innenausbau aus, ebenfalls ein unersetzlicher Helfer auf der Baustelle.
- Die Kabelschell: Der Mann der das Haus mit Strom versorgt hat, es wurde die ganze Elektroinstalation überarbeitet, Netzwerk eingebaut und vieles mehr.
Für solche Arbeiten ist absolute Kompetenz und Fachwissen gefragt, diesen Ansprüchen ist er zu unserer vollsten Zufriedenheit gerecht worden.
Noch ein Gemeinschaftsbild beim Vespern.
Bei den Helfern die nicht gesondert erwähnt worden sind oder im Bild dargestellt worden sind entschuldigen wir uns im Voraus und bedanken uns auch für ihre unersetzliche Hilfe.

Einer kleiner Teil des Hauses ist bezugsfertig

Als letzte Arbeit wurde nun noch ein ca. 100 Jahre Alter Eichenparkettboden geschliffen und poliert, dann haben wir den Holzboden noch mit einen Hartöl eingelassen und nun sind wieder 2 Räume fertig.


Dieser Raum soll unser Büro geben, hier wird auch das Bonsailadengeschäft sein.
Dieser Raum ist in Teil , von unserem Küchen und Essbereich das wird, nach Fertigstellung der Küche, der Hauptwohnbereich des unteren Stockwerkes geben.

Es sind mit ca. 40 qm Fläche die grössten zusammenhängenden Räume des Hauses. In diesen Bereich wird auch der Kachelofen gebaut der die Hauptheizung des Hauses werden soll.


31.10.07

Hausrenovierung : Restaurierung einer Sandsteinmauer

Bei den Abrissarbeiten im Innenbereich, sind wir auf alte Sandsteinmauern gestoßen, diese wollten wir erhalten und in unserem Wohnbereich integrieren.

Die alten Mauern bestanden aus stark verkohlten Rotsandsteinen und zu unserer Verwunderung auch aus gelben Sandstein der aber in unserer Gegend (Rand des Nordschwarzwalds) nicht vorkommt, er muß also damals von weit her herbeigeschafft worden sein.

Die alten Mauern bestanden also aus Sandsteinen und der Mörtel bestand aus einem Gemisch aus Lehm, Stroh und Glasscherben .

Für die Restaurierung haben wir uns entschlossen in einem alten Steinbruch, Rotsandsteine zu sammeln, diese selbst zu behauen und damit die Mauern neu aufzubauen.
Als Mörtel, verwendeten wir aber heute gebräuchlichen Kalkmörtel da keine Gipsschicht mehr das Mauerwerk verdecken soll und es zum Teil tragende Mauern und Wände sind, die den heutigen Statikansprüchen entsprechen sollen.

So sieht die Natursteinmauer Heute aus.

So langsam macht die Restaurierung richtig Spass, da wir langsam zu den kreativen und filigranen Arbeiten kommen und die schlimmsten, staubigsten und mühevollsten Abrissarbeiten hinter uns liegen.

3.10.07

Zwischenbericht von unserem Hauskauf

Da wir im Moment kaum Zeit finden unseren Bonsai-Blog weiterzuführen, möchten wir Euch einen kleinen Zwischenbericht von unserem Hauskauf und den Renovierungsarbeiten geben.

Unser "neues" zukünftiges zu Hause, ist ein historisches Gebäude mit einem geschätzten Alter von ca. 250-300 Jahren.
Wir haben lange nach solch einem alten Gebäude, mit einer langen Geschichte gesucht.
Vermutlich wurde unser Haus nach dem Pfälzer-Krieg anno. 1680 gebaut, die Grundmauern unseres Hauses besteht zu Teil aus der alten Stadtmauer der Gemeinde, es handelt sich um ein Fachwerkhaus , das Fachwerk wurde allerdings im Jahre 1930 verputzt und daher besteht kein Denkmalschutz auf dem Haus und wir können unserer Kreativität freien Lauf lassen.

Ziel ist es auf Jahre gesehen, das ganze Haus wieder in seiner ganzen Pracht entstehen zu lassen, natürlich nur mit den Baumaterialien die auch damals benutzt wurden.
Da wir 90 % der Arbeiten selbst machen, kostet das Projekt sehr viel Zeit und Arbeit, aber wir haben einen super Helferkreis in unsere Familie und unter unseren Freunden, so kann ein kleiner Teil des Hauses, schnell fertig gestellt werden und wir können Weihnachten schon dieses Jahr in unserem Haus feiern.



Beim Entkernen und entfernen von alten Lehm und Schlackendecken entsteht sehr viel Schutt und Staub.
Da nützt auch ein Handfeger nicht viel der Dreck ist überall.
Abrissarbeiten und Schutt beseitigen, eine mühevolle aber auch interessante Arbeit.
Unsere Bonsai leben im Moment natürlich auf Sparflamme aber es geht trotzdem allen gut und da sie schon eine Weile nicht geschnitten und gestaltet wurden, sehen sie alle aus wie Struwwelpeter. ;-)

7.8.07

Eine kleine Pause

Hallo Bonsaifreunde

Im Moment legen wir mit unserem Blog eine kleine Pause ein.
Da wir uns gerade ein Haus gekauft haben und sehr viel Renovierungsarbeiten vor uns liegen, ist unser Zeitplan sehr eng.

Die Arbeiten werden sich über die nächsten 3-4 Monate hinziehen, dann kommt unser Umzug.
Sobald alles wieder funktioniert und wir in unserem neuen Heim eine Internetverbindung haben, werden wir die Tätigkeiten hier im Blog wieder aufnehmen.

Wir denken das dürfte ca. Dezember 2007 oder Januar 2008 werden.

Bis dann und eine gute Zeit

Heike und Frank

7.7.07

Taxus baccata / Die Eibe

Die gewöhnliche Eibe

Herkunft: Yamadori
Alter: geschätzte 40 Jahre
Höhe: Gesamthöhe 80 cm
Stammdurchmesser: ca. 20 cm
Gewicht: 70-80 kg

Dieser Baum wurde 2003 im Hochsommer (Juli) bei einem Gartengestaltungsauftrag von uns ausgegraben.
Wir erhielten soviel wie möglich vom Wurzelballen und beließen auch die ursprüngliche Erde an dem Ballen, nur lange Seitenwurzeln wurden gekappt.
Der gesamte Ballen wurde in einen abgesägten Pflanzcontainer gesetzt und in einem Anzuchtbeet im Vollschatten mit Container, für ca.1,5 Jahre, wieder eingegraben.

Bild 1 : Die Pflanze nach dem Ausgraben aus dem Beet, Frühjahr 2005
Bild 2: Der Stamm mit Beeterde.
Bild 3 : Die Pflanze heute, sie steht nun in einem großen Micapot und hat sich von der hochsommerlichen Ausgrabaction sehr gut erholt.
Bild 4: Der Stamm heute.
Die Eibe wird im Frühjahr 2008 von uns gestaltet, die Gestaltung wird mit Bildern dokumentiert und im Blog http://hfbonsai-2.blogspot.com/ im März/April 2008 vorgestellt werden.

Ausgraben von Pflanzen im Hochsommer:

In der Regel sollten Yamadoris immer im Frühjahr ausgegraben werden, das anwachsen und gedeihen der Pflanzen ist in dieser Jahreszeit am grössten. Wenn man sich schon die Mühe macht, Bäume auszugraben für die Kultur in Schalen, entspricht es der Logik (von klar denkenden Menschen), dies nur in der erfolgversprechendsten Jahreszeit zu tun.

Ausnahmen :

1: Das sammeln von Bäumen in Extremlagen, z.b. dem Hochgebirge, da gibt es Spezialisten die sammeln die Bäume im Spätsommer oder Herbst, als Grund wurde mir schon öfters, die Umstellung des Klimas genannt, von Frühjahr im Gebirge auf Sommer im Tal, diese Klimaänderung würde für solche Pflanzen deutlich belastender sein als die Umstellung von Herbst im Hochgebirge auf Winter im Tal.

2: Bei Bauarbeiten oder Gartenneugestaltungen, hier spielt natürlich der "Bonsai" eine untergeordnete Rolle, wenn der Bagger rollt sind solche Rohpflanzen völlig unwichtig, meist werden sie nach dem sie aus dem Boden gerissen wurden, im Müllcontainer entsorgt, man kann natürlich nicht solche Bauvorhaben stoppen nur wegen eines Bonsairohlings und dem Kunden sagen wir kommen im nächsten Frühjahr wieder, wenn es besser für ihre Abfallpflanzen ist. :-))))

6.7.07

Ulme oder Zwergulme / Ulmus sp.

Die Ulme, der zu groß geratene Besen

Herkunft: Anzuchtbeet
Alter: 12 Jahre
Höhe:ohne Schale ca. 40 cm
Stammdurchmesser: ca. 5 cm

Diese Ulme wurde im Frühjahr 2007 aus dem Anzuchtbeet entnommen und direkt in die Schale gepflanzt.
Der Stamm mit Wurzelansatz:
Ein Blick von unten in die Krone:
Dieser Baum wurde so wie er im Moment zu sehen ist, direkt aus den Beeten in die Schale gepflanzt, die Krone wurde ausen etwas nachgeschnitten, mehr wurde nicht gemacht.
Er lässt viele Möglichkeiten für eine weitere Gestaltung offen z.b. kann man die Krone verkleinern ohne die Besenform aufzugeben, man kann Etagen bilden um mehr Tiefe zu erreichen, er kann auch bleiben wie er ist aber mit mehr Feinverzweigung dürften dann die Proportionen zum Stamm und Wurzelfuß völlig aus dem Gleichgewicht geraten.

Die genaue Art oder Unterart dieser Ulmen ist mir nicht bekannt, wir bekamen vor Jahren ein Bündel dieser Pflanzen in die Hand gedrückt,mit dem Hinweis es wären "Zwergulmen" inzwischen hat sich herrausgestellt, das es lauter unterschiedliche Ulmen und Zelkoven waren.
Die Bäume haben sich bei uns in den Anzuchtbeeten völlig unterschiedlich entwickelt, das betrifft sowohl die Blattform, die Rindenstruktur und das Größenwachstum.

Ich werde in den nächsten Monaten noch viele andere Ulmenarten hier vorstellen.

5.7.07

Rote Johannisbeere / Ribes rubrum

Rote Johannisbeere / Ribisel / Hanseträublen

Herkunft: Geschenk von Bonsai Beck, Karlsruhe
Alter: ?
Höhe: ohne Schale 15 cm

Diese Gestaltung soll einen Auszug aus einer Beerenhecke darstellen, wo ein Beerenbusch am andern steht.
Da man den Höhenwuchs der Pflanze in der Schale stark eindämmen muß, ist es sehr wichtig kaum organisches Material als Substrat zu verwenden, da die ständig geschnittenen Johannisbeere bei zu feuchtem Substrat sehr leicht fault.

Wir verwenden ein Substrat aus : 30% Splitt, 20% Lavagranulat, 30% Blähton, 15 % Kiriyu und 5% Torf.
Auch bei sehr durchlässigem Substrat, nicht zu stark gießen, wir wässern die Beeren nur jeden 2. Tag und bei Regen garnicht.
Standort: halbschattig- sonnig

3.7.07

Yamadoritour o. Die Jagd nach Hainbuchen

Im Jahr 2001 entdeckten wir eine alte verwucherte Hainbuchenhecke, auf einem ehemaligen Gartengrundstück, das mit den Jahren vom Waldrand integriert wurde.

Manche Pflanzen der Hecke waren inzwischen mehr als 10 Meter hoch und andere kümmerten in deren Schatten dahin und erreichten gerade mal Höhen von 3-4 Metern.

Wir entschlossen uns diese Hecke auszugraben und die Bäume in Schalen zu setzen.
Jahr 2002: Als ersten Schritt, wurden die Bäume abgesägt auf ca. 1,20m Länge, sonst wurde nichts gemacht.
Jahr 2003 : In diesem Frühjahr (Februar) wurden die Bäume mit einem Spaten umstochen um die Seitenwurzeln zu kappen, auserdem wurden dünnere Bäumchen auf ca. 30-50 cm Länge heruntergeschnitten.
Jahr 2004: Februar, auch in diesem Jahr wurden die Seitenwurzeln mit dem Spaten umstochen und zu lang gewordene Jungtriebe eingekürzt.
Jahr 2005: Februar, die ersten Hainbuchen wurden ausgegraben, die anderen wieder umstochen und zu lang gewordenen Jungtriebe eingekürzt.

Bild Februar 2005
Wenn man Geduld hat und sich bei der Vorbereitung der Yamadoris genügend Zeit lässt, dann ist die Chance die Bäume ohne Verluste auszugraben sehr groß.

Februar 2005: Eine Wurzel der ausgegrabenen Yamadoris, durch das abstechen der Seitenwurzeln hat sich ein akzeptabler Wurzelballen gebildet.

Zeitsprung Sommer 2007: Die Hecke Heute, bisher wurden 3 Pflanzen entnommen, die alle überlebt haben.

Im kommenden Frühjahr 2008, werden nun die letzten 6 Hainbuchen ausgegraben und umgeschult, entweder ins Anzuchtbeet oder in Anzuchttöpfe. Die nächsten zwei Bilder, zeigen die Entwicklung der im Frühjahr 2005 ausgegrabenen Pflanzen.

Diese Hainbuchen werden jetzt noch ein bis zwei Jahre in den Töpfen weiterkultiviert, bis sie dann bereit für eine Schale sind.

Wir arbeiten jetzt schon 6 Jahre an dieser Hecke und hatten noch keine Ausfälle, damit will ich demonstrieren das es sinnvoll ist ältere Pflanzen in Etappen vorzubereiten und nicht über die Bäume herzufallen und sie ohne Gefühl aus dem Boden zu reisen, die Ausfallquote steigt dadurch deutlich an. Das höchste Gebot beim Sammeln der Bäume in der Natur, sollte GEDULD sein.

2.7.07

Forsythie - Forsythia suspensa

Forsythie: Das Sorgenkind

Herkunft: Vorgartenyamadori, Frühjahr 2002
Alter: geschätzte 20 Jahre
Höhe: ohne Schale 35cm
Wurzelfußdurchmesser: ca. 20cm
Warum diese Pflanze unser Sorgenkind ist, unsere Probleme und Lösungen mit holzzersetzenden Pilzen, den Weg vom Yamadori zum jetzigen Entwicklungsstand,. zeigen wir Euch in Kürze hier: http://hfbonsai-2.blogspot.com/

30.6.07

Die Silberzypresse - Chamaecyparis pisifera 'Boulevard'

Die Silberzypresse mit 2 Leben.

Herkunft: Kompost
Alter : Geschätzte 40 Jahre
Höhe ohne Topf : 60 cm
Stammdurchmesser: ca. 10cm, Wurzelansatz 15 cm

Wie der Baum zu uns fand, den Weg seiner Gestaltung, alle Hintergründe und unsere Vorstellung für die Zukunft, stelle ich Euch in Kürze unter Gestaltungen im Blog http://hfbonsai-2.blogspot.com/ vor.

Neuer Bonsai Blog

Wir haben noch einen zweiten Bonsai-Blog eröffnet in dem möchten wir Euch unsere eigenen "Gestaltungen und Workshops" vorstellen.

Viel Spass dabei,

Klick: http://hfbonsai-2.blogspot.com/

28.6.07

Weiß o. Sandbirke - Betula pendula

Die hohe, schlanke, Birke im Freistand

Herkunft: Anzuchtbeet
Alter: ca. 12 Jahre
Gesamthöhe: 80cm

Diese Birke versuchen wir nach Vorbildern aus unsere Umgebung (dem Nordschwarzwald) zu gestalten, eine Abbildung von Bäumen die im Freistand an Bachläufen oder Waldrändern ungehindert wachsen können.

Diese Birken erreichen Höhen zwischen 30 und 40 Metern, haben eine sehr große (Sonnenhungrige) Krone und einen geraden sehr langen Stamm, mit wenigen lichten Ästen.

Ein Blick von unten, den Stamm hinauf. Er lädt ein zu einem gemütlichen Sommerpiknik im Schatten der Birke.


Als Kontrast noch eine andere Gestaltungsform

Die Vorgartenbirke

Herkunft: Anzuchtbeet
Alter: ca. 10 Jahre
Gesamthöhe: 35 cm

Der Weiße Stamm an dieser Birke lässt noch auf sich warten, durch die starken Schnittmaßnahmen über die Jahre, hat diese Birke noch keine Weißfärbung.


Das Thema Schnittverträglichkeit der Birke und absterben ganzer Kronenpartien.

Wir haben festgestellt, dass man das Absterben der Äste zwar nicht immer ganz verhindern kann (kommt auch bei normalen großen Bäumen vor), aber es gibt Pflegemaßnahmen mit denen man das zurücktrocknen eindämmen kann. In den letzten 3 Jahren ist uns an keiner unserer Birken, ein Ast abgestorben.

Die Birke sollte nur im Frühjahr ausgegraben werden, sonst "NIE". Schnittmaßnahme sollten nur in den Monaten gemacht werden wo die Birke voll im Saft steht, so das erst gar keine Erreger in die Wunden eindringen können, bei starken Schnitten die großen Wunden mit Vaseline einreiben (das Vaseline zieht ein und verschließt die Poren), trotzdem bildet sich recht schnell ein Kalus, der die Wunde verschließt.

Als Zeitangabe für Draht und Schnittmaßnahmen kann man sagen. Nach dem ersten Austrieb bis maximal ende Juli, ansonsten auf keinen Fall an den Bäumen arbeiten. Draht immer über den Winter entfernen.

Bei den Kelten wurde die Birke "Berek" die Weißschimmernde genannt, schon damals wusste man, das man große Bäume anzapfen kann, (wie bei Ahörnern die Sirupgewinnung), der austretende Saft ist sehr wohlschmecken und eine prima Frühjahrskur, die das Imunsystem stärkt.


27.6.07

Sommerlinde - Tilia platyphyllos

Die Sommerlinde

Herkunft: Rohpflanze von W.Käflein
Alter : ?
Gesamthöhe: 50 cm

Diese Rohpflanze stammt vom Bonsaigarten von Wolfgang Käflein, ein sehr gutes Ausgangsmaterial für einen "Baum in der Schale".
Einer meiner Lieblingsbäume, ich kann mir die Pflanze schon sehr gut vorstellen, mit tiefgezogenen Ästen und einer mächtigen ovalen Krone, so wie man in vielen Parkanlagen diese mächtigen bis 40 Meter hohen Bäume bestaunen kann.


Der Wurzelansatz, Durchmesser ca. 15 cm
Eingetopft in eine Mica-Schale, Frühjahr 2007.
Der Baum darf in diesem Jahr kräftig durchtreiben, es werden nur die Spitzenäste eingekürzt, um eine starke Verdickung der Äste zu verhindern, die unteren und Seitenäste, werden nicht eingekürzt um sie kräftiger werden zu lassen.
Im nächsten Frühjahr werden dann die Äste gedrahtet um eine tiefgezogene Krone zu erreichen, und es werden immer wieder die neuen Triebe pinziert um eine feine Aststruktur zu erreichen.

26.6.07

Der Unterschied zwischen "Bonsai" und "Baum in der Schale"

Vorwort:
Die hier niedergeschriebenen Gedanken und Meinungen, sind unsere persönliche Einstellung zu diesem Thema und erheben keinerlei Anspruch auf allgemein gesehene Richtigkeit.

Gemeinsamkeit:
Beide Varianten haben gemeinsam, das ihnen die bestmögliche Pflege und Aufmerksamkeit des Pflegers sicher sein muß, Pflanzen die einen falschen Standort, ein ungeeignetes Substrat oder von Schädlingen und Krankheiten geplagt sind, sind ein Trauerspiel und verdienen weder den Namen "Bonsai" noch Baum in der Schale".

Unterschiede:
Bonsai, unterliegen klaren Regeln und Gestaltungsformen, im Prinzip ist jede Art der Bonsaigestaltung vorgegeben und entspricht dadurch auch dem Schönheitempfinden der meisten Liebhaber, man kann es vergleichen mit der Mode, oder Automobilen, das was vorgegeben wird, von bekannten Gestaltern aus aller Welt. empfindet die Mehrheit als schön oder erstrebenswert.
Diesen Weg zu gehen ist aber bestimmt nicht leicht oder zweitrangig, er entspricht aber uns Menschen, die meist eine Führung brauchen oder eine Richtung nach der sie sich orientieren können und die ihnen sagt was richtig oder falsch ist .

Baum in der Schale, ist ein neuerer und vielleicht auch speziell Europäischer Ausdruck, hier hat man mehr Freiheiten bei der Gestaltung und kann seiner Phantasie freien Lauf lassen, die Ergebnisse müssen dann auch nicht der Allgemeinheit entsprechen oder gefallen, sondern Hauptsächlich dem jeweiligen Gestalter und ihm in seiner Entwicklung und seinen Schönheitsempfinden bestätigen.

Der wohl bekannteste und beste Bonsaiprofi Deutschlands, zeigt mit seinem "Naturalistischen Stil", eine neue Richtung an und schafft damit wirklich beeindruckende Kunstwerke.
Allerdings, durch die Namensgebung des Stils ist es fast schon wieder unter Bonsai einzustufen.

Für uns ist es schwer einen genaue Linie zwischen beiden Gestaltungsformen zu ziehen.
Wir bezeichnen unsere Bäume "ALLE" als "Baum in der Schale" und versuchen so auszudrücken, das wir keiner Stilrichtung folgen möchten und unser Hauptanliegen darin zu sehen ist, etwas für uns einzigartiges und schönes zu erschaffen und zu pflegen.

Trotzdem hoffen wir, das unser Schönheitsempfinden auch vielen anderen Bonsailiebhabern entspricht und somit auch unsere Arbeit bestätigt wird.

Kommentare zu diesem Thema sind erwünscht, es interessiert uns sehr wie die Mehrheit, die unseren Blog besucht und verfolgt, zu diesem Thema steht.




25.6.07

Garten 2 - Yamadori Garten

Der Yamadori Garten

Hier stehen im Moment ca. 150 Bäume in Schalen oder Töpfen, es sind Pflanzen der verschiedensten Entwicklungsstufen.
Wenn die Bäume den Anzuchtbeeten entnommen wurden und zur Verfeinerung in Schalen gepflanzt werden, dann landen sie vorerst in diesem Bereich des Gartens, auch in der Entwicklung fortgeschrittene Yamadoris finden hier ihren Platz.

90 % dieser Pflanzen sind selbst ausgegraben oder gezogen, nur 10 % sind Geschenke von Freunden oder gekaufte Rohpflanzen.





Es werden sowohl Mica-Schalen, Plastiktöpfe, als auch preiswerte Chinaschalen verwendet.

Inzwischen machen wir auch Versuche mit Teichkörben und habe damit in den letzten zwei Jahren gute Erfolge erzielen können. Diesen Tipp hatten wir aus einem Bonsaiforum, ich kann nur jedem empfehlen damit zu experimentieren, es macht Spass die Bäume bei der starken Entwicklung zu beobachten.

Gedüngt wird von Anfang März bis ca. Ende August

Als Dünger werden Handelsübliche Flüssigdünger, ein Granulat Langzeitdünger und einmalig pro Jahr Bio-Gold aufgelegt, wir verbrauchen alleine in diesem Abschnitt des Gartens 10 kg Bio-Gold , ca. 1,5 kg Granulat Langzeitdünger und 4 Liter Flüssigdünger pro Jahr.

Edelkastanie, Marone - Castanea sativa

Die Edelkastanie

Herkunft : Anzuchtbeet
Alter ca. 10.Jahre
Gesamthöhe ca. 70 cm

Diese Rohpflanze wurde im Frühjahr 2007 aus den Anzuchtbeeten entnommen und wird nun verfeinert.
Der Wurzelfuß ist noch im Bodensubstrat versteckt um eine bessere Verdickung zu erreichen, im Kronenbereich wird jetzt eine feine Astbildung und ein natürliches Aussehen des Baumes gefördert.

Insgesamt eine sehr vielversprechende Ausgangspflanze, die sich in den nächsten Jahren noch zu einem richtig imposanten "Baum in der Schale" entwickeln wird.


24.6.07

Garten 1 Anzuchtbeete

Unsere Anzuchtbeete Juni 2007

Auf ca. 800 qm Fläche haben wir Beete angelegt zur Nachzucht einheimischer und eingebürgerter Baum u. Straucharten.

Die Pflanzen werden in Intervallen alle 2-3 Jahre umgeschult.

Reifere Pflanzen werden 2 mal im Jahr geschnitten.
Jungpflanzen oder Pflanzen die an Stärke und Größe stark zunehmen sollen, werden 1 Jahr nicht geschnitten und die nächsten Jahre dann nur einmal direkt nach dem Johannistrieb (Anfang bis Mitte Juli). Bis sie die gewünschte Stammstärke erreicht haben. erst dann werden sie auseinandergesetzt, und der Astaufbau durch zweimaliges Schneiden begonnen.






Solch eine Anzucht mit mehreren Hundert Pflanzen erfordert einen großen Zeit und Arbeitsaufwand. Die Beete müssen mehrmals im Jahr von Unkraut befreit werden, in den Sommermonaten muß man täglich gießen, die Pflanzen nach Krankheiten und Schädlingen untersuchen und diverse Pflegemasnahmen wie schneiden, mähen der Wege usw. durchgeführt werden.

Es ist eine sehr langwierige und geduldige Arbeit, die aber nach einigen Jahren deutliche Erfolge zeigt.

Nach ca. 5-10 Jahren kann man die ersten Rohpflanzen entnehmen und in Töpfen oder Anzuchtschalen verfeinern und auf den "Weg zum Baum in der Schale" bringen. Es gilt die Regel, desto länger man die Bäume im Beet belässt, desto kräftiger ist der Zuwachs des Wurzelfusses und des Stammes, eine gute Aststruktur lässt sich dann erst in der Schale (Topf) aufbauen.

Aus Erfahrung würde ich vom Drahten der Pflanzen im Beet abraten, hier ist die Möglichkeit des Spannens der Äste deutlich schonender und erfolgversprechender.