7.7.07

Taxus baccata / Die Eibe

Die gewöhnliche Eibe

Herkunft: Yamadori
Alter: geschätzte 40 Jahre
Höhe: Gesamthöhe 80 cm
Stammdurchmesser: ca. 20 cm
Gewicht: 70-80 kg

Dieser Baum wurde 2003 im Hochsommer (Juli) bei einem Gartengestaltungsauftrag von uns ausgegraben.
Wir erhielten soviel wie möglich vom Wurzelballen und beließen auch die ursprüngliche Erde an dem Ballen, nur lange Seitenwurzeln wurden gekappt.
Der gesamte Ballen wurde in einen abgesägten Pflanzcontainer gesetzt und in einem Anzuchtbeet im Vollschatten mit Container, für ca.1,5 Jahre, wieder eingegraben.

Bild 1 : Die Pflanze nach dem Ausgraben aus dem Beet, Frühjahr 2005
Bild 2: Der Stamm mit Beeterde.
Bild 3 : Die Pflanze heute, sie steht nun in einem großen Micapot und hat sich von der hochsommerlichen Ausgrabaction sehr gut erholt.
Bild 4: Der Stamm heute.
Die Eibe wird im Frühjahr 2008 von uns gestaltet, die Gestaltung wird mit Bildern dokumentiert und im Blog http://hfbonsai-2.blogspot.com/ im März/April 2008 vorgestellt werden.

Ausgraben von Pflanzen im Hochsommer:

In der Regel sollten Yamadoris immer im Frühjahr ausgegraben werden, das anwachsen und gedeihen der Pflanzen ist in dieser Jahreszeit am grössten. Wenn man sich schon die Mühe macht, Bäume auszugraben für die Kultur in Schalen, entspricht es der Logik (von klar denkenden Menschen), dies nur in der erfolgversprechendsten Jahreszeit zu tun.

Ausnahmen :

1: Das sammeln von Bäumen in Extremlagen, z.b. dem Hochgebirge, da gibt es Spezialisten die sammeln die Bäume im Spätsommer oder Herbst, als Grund wurde mir schon öfters, die Umstellung des Klimas genannt, von Frühjahr im Gebirge auf Sommer im Tal, diese Klimaänderung würde für solche Pflanzen deutlich belastender sein als die Umstellung von Herbst im Hochgebirge auf Winter im Tal.

2: Bei Bauarbeiten oder Gartenneugestaltungen, hier spielt natürlich der "Bonsai" eine untergeordnete Rolle, wenn der Bagger rollt sind solche Rohpflanzen völlig unwichtig, meist werden sie nach dem sie aus dem Boden gerissen wurden, im Müllcontainer entsorgt, man kann natürlich nicht solche Bauvorhaben stoppen nur wegen eines Bonsairohlings und dem Kunden sagen wir kommen im nächsten Frühjahr wieder, wenn es besser für ihre Abfallpflanzen ist. :-))))

6.7.07

Ulme oder Zwergulme / Ulmus sp.

Die Ulme, der zu groß geratene Besen

Herkunft: Anzuchtbeet
Alter: 12 Jahre
Höhe:ohne Schale ca. 40 cm
Stammdurchmesser: ca. 5 cm

Diese Ulme wurde im Frühjahr 2007 aus dem Anzuchtbeet entnommen und direkt in die Schale gepflanzt.
Der Stamm mit Wurzelansatz:
Ein Blick von unten in die Krone:
Dieser Baum wurde so wie er im Moment zu sehen ist, direkt aus den Beeten in die Schale gepflanzt, die Krone wurde ausen etwas nachgeschnitten, mehr wurde nicht gemacht.
Er lässt viele Möglichkeiten für eine weitere Gestaltung offen z.b. kann man die Krone verkleinern ohne die Besenform aufzugeben, man kann Etagen bilden um mehr Tiefe zu erreichen, er kann auch bleiben wie er ist aber mit mehr Feinverzweigung dürften dann die Proportionen zum Stamm und Wurzelfuß völlig aus dem Gleichgewicht geraten.

Die genaue Art oder Unterart dieser Ulmen ist mir nicht bekannt, wir bekamen vor Jahren ein Bündel dieser Pflanzen in die Hand gedrückt,mit dem Hinweis es wären "Zwergulmen" inzwischen hat sich herrausgestellt, das es lauter unterschiedliche Ulmen und Zelkoven waren.
Die Bäume haben sich bei uns in den Anzuchtbeeten völlig unterschiedlich entwickelt, das betrifft sowohl die Blattform, die Rindenstruktur und das Größenwachstum.

Ich werde in den nächsten Monaten noch viele andere Ulmenarten hier vorstellen.

5.7.07

Rote Johannisbeere / Ribes rubrum

Rote Johannisbeere / Ribisel / Hanseträublen

Herkunft: Geschenk von Bonsai Beck, Karlsruhe
Alter: ?
Höhe: ohne Schale 15 cm

Diese Gestaltung soll einen Auszug aus einer Beerenhecke darstellen, wo ein Beerenbusch am andern steht.
Da man den Höhenwuchs der Pflanze in der Schale stark eindämmen muß, ist es sehr wichtig kaum organisches Material als Substrat zu verwenden, da die ständig geschnittenen Johannisbeere bei zu feuchtem Substrat sehr leicht fault.

Wir verwenden ein Substrat aus : 30% Splitt, 20% Lavagranulat, 30% Blähton, 15 % Kiriyu und 5% Torf.
Auch bei sehr durchlässigem Substrat, nicht zu stark gießen, wir wässern die Beeren nur jeden 2. Tag und bei Regen garnicht.
Standort: halbschattig- sonnig

3.7.07

Yamadoritour o. Die Jagd nach Hainbuchen

Im Jahr 2001 entdeckten wir eine alte verwucherte Hainbuchenhecke, auf einem ehemaligen Gartengrundstück, das mit den Jahren vom Waldrand integriert wurde.

Manche Pflanzen der Hecke waren inzwischen mehr als 10 Meter hoch und andere kümmerten in deren Schatten dahin und erreichten gerade mal Höhen von 3-4 Metern.

Wir entschlossen uns diese Hecke auszugraben und die Bäume in Schalen zu setzen.
Jahr 2002: Als ersten Schritt, wurden die Bäume abgesägt auf ca. 1,20m Länge, sonst wurde nichts gemacht.
Jahr 2003 : In diesem Frühjahr (Februar) wurden die Bäume mit einem Spaten umstochen um die Seitenwurzeln zu kappen, auserdem wurden dünnere Bäumchen auf ca. 30-50 cm Länge heruntergeschnitten.
Jahr 2004: Februar, auch in diesem Jahr wurden die Seitenwurzeln mit dem Spaten umstochen und zu lang gewordene Jungtriebe eingekürzt.
Jahr 2005: Februar, die ersten Hainbuchen wurden ausgegraben, die anderen wieder umstochen und zu lang gewordenen Jungtriebe eingekürzt.

Bild Februar 2005
Wenn man Geduld hat und sich bei der Vorbereitung der Yamadoris genügend Zeit lässt, dann ist die Chance die Bäume ohne Verluste auszugraben sehr groß.

Februar 2005: Eine Wurzel der ausgegrabenen Yamadoris, durch das abstechen der Seitenwurzeln hat sich ein akzeptabler Wurzelballen gebildet.

Zeitsprung Sommer 2007: Die Hecke Heute, bisher wurden 3 Pflanzen entnommen, die alle überlebt haben.

Im kommenden Frühjahr 2008, werden nun die letzten 6 Hainbuchen ausgegraben und umgeschult, entweder ins Anzuchtbeet oder in Anzuchttöpfe. Die nächsten zwei Bilder, zeigen die Entwicklung der im Frühjahr 2005 ausgegrabenen Pflanzen.

Diese Hainbuchen werden jetzt noch ein bis zwei Jahre in den Töpfen weiterkultiviert, bis sie dann bereit für eine Schale sind.

Wir arbeiten jetzt schon 6 Jahre an dieser Hecke und hatten noch keine Ausfälle, damit will ich demonstrieren das es sinnvoll ist ältere Pflanzen in Etappen vorzubereiten und nicht über die Bäume herzufallen und sie ohne Gefühl aus dem Boden zu reisen, die Ausfallquote steigt dadurch deutlich an. Das höchste Gebot beim Sammeln der Bäume in der Natur, sollte GEDULD sein.

2.7.07

Forsythie - Forsythia suspensa

Forsythie: Das Sorgenkind

Herkunft: Vorgartenyamadori, Frühjahr 2002
Alter: geschätzte 20 Jahre
Höhe: ohne Schale 35cm
Wurzelfußdurchmesser: ca. 20cm
Warum diese Pflanze unser Sorgenkind ist, unsere Probleme und Lösungen mit holzzersetzenden Pilzen, den Weg vom Yamadori zum jetzigen Entwicklungsstand,. zeigen wir Euch in Kürze hier: http://hfbonsai-2.blogspot.com/